Wege aus der Finanzkrise - Krisenmanagement für die mittelständische GmbHAus unserem Beratungsalltag wissen wir, dass in einer Vielzahl mittelständischer Unternehmen seit dem Ausbruch der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise eine nicht zu unterschätzende Lethargie herrscht. In den Führungsebenen regiert nicht zuletzt das Prinzip Hoffnung, dass die von der Bundesregierung verabschiedeten Konjunkturprogramme greifen. Gerade für Unternehmen mit Auslandsgeschäften die nicht in Euro abgewickelt werden, ist durch den Ausbruch der Wirtschaftskrise eine enormes Insolvenzrisiko gewachsen. Absicherungen von Banken gegen diverser Wechselkursrisiken produzierten enorme Zahlungsverpflichtungen und führen nicht selten in die Überschuldung. Dies betrifft insbesondere Unternehmen, die in Europa Niederlassungen in den Ländern unterhalten, deren Währung nicht an den Euro gekoppelt ist ( Rumänien, Ungarn, Tschechien, Polen usw.) Krise nutzen - statt Verzagen!Durch ein effektives Krisenmanagement ist die mittelständische GmbH aber gerade jetzt in der Lage, schlummernde Risiken zu beseitigen und harte Sanierungsmaßnahmen durchzuführen sowie Verbindlichkeiten abzustreifen. Allerdings sollte dies professionell erfolgen, damit die Finanzkrise nicht als pure Alibi-Funktion bei den Sanierungsbeteiligten wahrgenommen wird. Wer allerdings jetzt die Gunst der Stunde nutzt, wird nach Anspringen der Konjunktur, welche allerdings erst im Jahre 2011 erwartet wird, einen strategischen Vorteil erzielen. Was kann getan werden?Zunächst sollte eine schonungslose Kosten- und Umsatzanalyse vorliegen, welche keine Symptome des Hoffnungsprinzipes enthält. Vorhandene Liquidität sollte nicht durch weiterlaufende monatliche Verbindlichkeiten aufgezehrt werden. Als effektive Krisenbewältigung ist hier ein Gesamtpaket aus
angezeigt. Die Trennung von Besitz und Betrieb - also die Aufgliederung des Umlauf- und Anlagevermögens in Besitzgesellschaften und des Geschäftsbetriebes in Betriebsgesellschaften bringt dem Unternehmer strategische Vorteile:
Durch konsequente Gläubigermoderation besteht für den Unternehmer die realistische Chance, finanziertes oder geleastes Anlagevermögen abzustreifen oder kostengünstig in Besitzgesellschaften zu überführen. Nicht benötigte Kapazitäten können durch die Krise effizient abgebaut werden. Der Weg über das Insolvenzplanverfahren sollte gründlich vorbereitet werden, auch um Mehrheitsverhältnisse in den Gläubigerversammlungen, die sich für Sanierung nachteilig auswirken, zu vermeiden. Die effektive Sanierungsarbeit benötigt das Geschick eines Machiavelli, da im Insolvenzplanverfahren, bei der übertragenden Sanierung und fremdgeführten Insolvenz erhebliche steuerrechtliche und strafrechtlichen Risiken heraufbeschworen werden können. Der Unternehmer sollte zur Beseitigung der Krise, die Säulenheiligkeits des Unternehmens aufgeben. Aufgrund empirischer Erfahrungen wissen wir, dass es dem mittelständischen Unternehmer oft schwer fällt, sich vom angestammten Rechtsträger, in der Regel eine GmbH, zu trennen. Traditionsbewusstsein, welches aus dem Tag der 1. Registereintragung der GmbH verankert ist, ist für den Fortbestand des Unternehmens der falsche Ratgeber. Die GmbH ist lediglich die gesellschaftsrechtliche Ausgestaltung des Unternehmens, welche in Krisenzeiten durchaus einer Änderung unterliegen darf. Bonitäts- und Vertrauensverhältnisse mit Lieferanten, Kunden usw. werden durch die persönliche Integrität des Geschäftsführers und der Gesellschafter abgeleitet, nicht durch eine frühzeitige Registereintragung. Der Fortbestand des Unternehmens ist lediglich durch eine Reform der Unternehmensstruktur zu erreichen. |
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