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transporterAbwendung der Unternehmensinsolvenz trotz Vorliegen eines Insolvenzantrages


Die Unternehmenssanierung eines Unternehmens (Logistik) ausserhalb der Insolvenz

Wie bereits beschrieben, bietet ein Insolvenzverfahren nebst Entschuldung des Unternehmens auch die Möglichkeit, unpopuläre Sanierungsmassnahmen zu ergreifen. Jedoch ist die Insolvenz nicht immer der geeignete Weg der Sanierung.

Wir konnten nach Mandatsübernahme folgendes erreichen:

  • Rücknahme des Antrages auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens
  • Sanierung des Unternehmens
  • ohne Insolvenzverfahren
  • aussergerichtliche Sanierung
  • Gläubigerverhandlung

 

Das Unternehmen, seit Generationen im Familienbesitz war (ist) am Markt mit regionaler Ausrichtung fest etabliert. Der Kundenstamm war solide und bot genügend Wachstumschancen. Wegen einer unzureichenden Nachfolgeregelung wurde eine familienfremde Geschäftsleitung gesucht und gefunden. Diese wurde eingearbeitet und mit der gesamtheitlichen Fortführung der Geschäfte beauftragt. Die Gesellschafter hielten jedoch zunächst die Geschäftsanteile in Besitz - eine Entscheidung die später die Rettung des Unternehmens ermöglichte.

 

Die neue Geschäftsleitung setze auf Massnahmen, welche auf andere Branchen bezogen - gut, die in diesem Fall völlig fehlinterpretiert angewandt wurden. Die Agressivität der Gewinnoptimierung fand direkt und indirekt bei den Kunden keine Akzeptanz. Kosteneinsparungen wurden falsch platziert - so das diese direkte Auswirkungen auf die Kundschaft innehatte.

Langjährige Mitarbeiter wurden entlassen und als Miesmacher und ewig-gestrige diskreditiert. Die neue Geschäftsleitung zeigte sich beratungsresistent. Der Verlust des firmeninternen Know-Hows war nur eine Folge der Entlassung(en). Ansprechartner von Kunden wechselten und das langjährige Vertrauen in das Unternehmen schwand zusehends. Die finanzielle Belastung der Abfindungszahlungen war nur eine von vielen zu hohen Fixkosten. So wurde beispielsweise eine unnötig teure EDV-Buchhaltung und "Organisationssoftware" geleast - welche für das Unternehmen völlig überdimensioniert war. Viele langjährige Mitarbeiter wendeten sich ab und suchten sich neue Aufgabengebiete und Herausforderungen. Die Auftragslage stagnierte und durch das Chaos im Unternehmen versagte das interne Controlling. Die Bank kündigte die Kreditlinie und das Unternehmen war akut gefährdet.

Die Gesellschafter wanden sich uns und wünschten eine Sanierung des Unternehmens. In einer ad-hoc Aktion prüften wir das Unternehmen intensiv durch. Ein wichtiger Aspekt war dabei - die relativ genaue Termininierung des Eintretens der Zahlungsunfähigkeit festzustellen.

Die alte Geschäftsführung stellte fristgerecht aber widerstrebend Insolvenzantrag. Durch Gesellschafterbeschluss lössten wir diese dann ab und besetzten diese mit einem Fachmann unserer Kanzlei.

Durch die hohe Personalfluktuation war es schwer möglich - einen gesamtheitlichen Überblick über das Unternehmen zu bekommen. Priorität hätte zunächst die Ordnung in der Buchhaltung. Die Gesellschafterfamilie wurde angesprochen und in das Unternehmen eingeladen.

Um den "Rettungswillen" der vorhandenen Mitarbeiter zu stärken - moderierten wir eine Aussprache zwischen Unternehmer, Arbeitgeber und Kunden. Die Kunden- und Mitarbeiterstruktur des Unternehmens erlaubten diese Art des Austausches - weil diese sich familiär darstellte. Wir traten mit unserem Anliegen an ehemalige Mitarbeiter heran - welche sich für das Unternehmen jahrelang engagiert hatten, und erhielten überwiegend positive Resonanzen. Diese und viele weitere Massnahmen hatten unsere Experten vorher bereits in einer Fortführungsprognose festgehalten. Die Bank erhielt eine Abschrift - wollte sich jedoch nicht direkt "festnageln" lassen. Wir bekamen zu verstehen - das die Bank das Unternehmen jahrelang gern begleitete - doch durch den Vertrauensverlust jetzt eher zurückhaltend reagiere. Aus unserer langjährigen Erfahrung heraus interpretierten wir dies richtigerweise so - das das Kreditinstitut nunmehr Ergebnisse sehen will.

Wir konnten die Belegschaft dazu motivieren - auf Lohnzusatzleistungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld zu verzichten. Bereits in diesen kurzen Verhandlungen kristallisierten sich die Mitarbeiter heraus - welche sich auch innerlich mit dem Unternehmen verbunden fühlten. Wir schalteten einen externen Personaldienstleister hinzu - welcher den "Querulanten" neue Perspektiven in anderen Unternehmen bot. Arbeitszeitkonten wurden genullt. Ein ehemaliger Mitarbeiter erklärte sich bereit - auch finanziell Verwantwortung zu übernehmen und stellte ein Darlehen in Aussicht. Dies war gekoppelt an den Erfolg der Unternehmenssanierung. Ebenfalls zeigte er den Willen - auch für die Rückführung des Darlehens aus dem wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens zu sorgen. Der neue Geschäftsführer stand somit fest.
  • Die Gesellschafterfamilie verzichtete auf die Rückführung von Gesellschafterdarlehen.
  • Lieferanten stellten Forderungen zurück und
  • signalisierten die Bereitschaft die Rücknahme des Insolvenzantrages zu unterstützen.
  • Bei Leasingverträgen wurden Sonderkündigungsrechte ausgelöst und vollzogen.

Mit der Fortführungsprognose, den Zugeständnissen aller Beteiligten und einem weiteren Plan zur Umsetzung der Sanierung konnte die Bank für die Finanzierungsbegleitung gewonnen werden. Im Zusammenwirken aller Massnahmen konnte der Grund für die Insolvenzantragseröffnung beseitigt werden. Die Bank als grösster Gläubiger spielte dabei eine wichtige Rolle. Richtig war jedoch die Entscheidung - mit gewissen Massnahmen in Vorleistung zu gehen. Die Bank wollte auch die personelle Sanierung im Unternehmen sehen.

Nach Rücknahme des Insolvenzantrages leiteten wir branchenspezifische Sanierungsmassnahmen ein. Um private und berufliche Verflechtungen und Verbindlichkeiten zu vermeiden - wurde für die Dauer von einem Jahr eine Tandem-Lösung vereinbart. Ein von uns bereitgestellter Geschäftsführer straffte die Unternehmensstruktur und Abläufe. Der ehemalige Mitarbeiter und Neu-Geschäftsführer konzentrierte sich auf die Stabilisierung der Auftragslage.

Nach einem Jahr war die Gesundung des Unternehmens fortgeschritten. Heute sind wir für dieses Unternehmen beratend tätig und begleiten dies in seiner kontinuierlichen Erfolgsgeschichte.

Das der Insolvenzantrag zurückgenommen werden konnte ist keine Selbstverständlichkeit. Mit der Eigentümerfamilie und einigen Mitarbeitern haben wir im Stadium der Verhandlungen auch die Auflösung der Krise mittels der übertragenden Sanierung ins Auge gefasst.